CYBELEC CybTouch 12 – Expertentipps zum Werkzeugmanagement
Inhaltsverzeichnis
• Einführung
• Stanzwerkzeug-Konfiguration
• Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung und Änderung von Stanzwerkzeugen
• Matrizen-Konfiguration
• Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung und Änderung von Matrizen
• Standardisierte Werkzeugbenennungskonventionen
○ Stanzwerkzeug-Benennungsregeln
○ Matrizen-Benennungsregeln
• Back-Gauge-Bedienung und -Sicherheit
• Häufig gestellte Fragen (FAQ)
○ Wie optimiert man die Leistung des CYBELEC CybTouch 12-Tool-Managements?
○ Was tun, wenn das System ein Werkzeug nicht erkennt?
○ Können Werkzeugeinstellungen im System angepasst werden?
• Fazit
Ein effizientes Werkzeugmanagement ist die Grundlage für reibungslose CNC-Bearbeitungsprozesse; die Beherrschung dieses Aspekts beim CYBELEC CybTouch 12-System ist entscheidend, um Präzision und Produktivität in der Metallverarbeitung zu steigern. Dieser Leitfaden enthält praktische, unmittelbar umsetzbare Strategien zum Werkzeugmanagement auf der CybTouch 12-Plattform – speziell zugeschnitten sowohl für Neueinsteiger, die sich mit dem System vertraut machen, als auch für erfahrene Maschinenbediener, die ihre Arbeitsabläufe optimieren möchten. Durch die Anwendung dieser Richtlinien erschließen Sie das volle Potenzial der Werkzeugmanagement-Funktionen des Systems und minimieren Fehler in Ihren Biegeprozessen.
Einführung
Das Werkzeugverwaltungsmodul des CYBELEC CybTouch 12 ermöglicht es Anwendern, Maschinenwerkzeuge zu erstellen und zu konfigurieren – ein entscheidender Schritt für genaue Biegeberechnungen und -ausführungen. Nach Auswahl und Einrichtung des geeigneten Stempels und der Matrize müssen die Bediener lediglich den gewünschten Biegewinkel sowie die Flanschlänge (L) eingeben. Das CybTouch-12-System berechnet dann automatisch die exakten Positionen für die X- und Y-Achse, die für die Biegung erforderlich sind, und gewährleistet so bei jeder Bearbeitung eine konsistente Genauigkeit.
Stempelkonfiguration

Grundlegende Auswahlanweisungen
Um einen vorab konfigurierten Stempel auszuwählen, navigieren Sie mithilfe der Pfeiltasten auf der Benutzeroberfläche durch die Stempelbibliothek des Systems und kehren dann zur numerischen Biege-Seite zurück, um die Auswahl anzuwenden.
Schrittweise Erstellung und Anpassung von Stempeln
Falls im System noch kein Stanzwerkzeug erstellt wurde, zeigt das Stanzfeld standardmäßig "???" als Bezeichnung an. Bei vorhandenen Stanzbibliotheken wählt das System automatisch das zuletzt verwendete Stanzwerkzeug (z. B. 60_S_i) aus; beachten Sie, dass vorgenommene Änderungen das ursprüngliche Stanzwerkzeug nicht überschreiben, da bearbeitete Einstellungen unter einem neuen benutzerdefinierten Namen gespeichert werden. Führen Sie diese 13 Schritte aus, um ein Stanzwerkzeug zu erstellen oder zu bearbeiten:
1. Tippen Sie auf das Stanzsymbol, um die Konfigurationsoberfläche für die Stanzdetails zu öffnen.
2. Geben Sie die wesentlichen physikalischen Parameter des neuen Stanzwerkzeugs ein: Stanzwinkel (α), Höhe, Radius und Tonnage pro Meter (Ton/m).
3. Verwenden Sie die Schaltfläche „Montagerichtung des Stanzwerkzeugs“, um das Stanzwerkzeug umzukehren, falls dies durch die Bearbeitungseinrichtung erforderlich ist.
4. Wählen Sie das Symbol „Bottoming“ aus, um das Stanzwerkzeug als verschleißfestes Werkzeug für Bottoming-Bearbeitungen zu kennzeichnen.
5. Tippen Sie auf die Menü-Schaltfläche, um auf die Seite „Weitere Einstellungen“ mit erweiterten Parameteroptionen zuzugreifen.
6. Verwenden Sie das Symbol „Stanzwerkzeug-Typ“, um die konstruktive Bauart des Stanzwerkzeugs auszuwählen: gerade, normal oder Gänsehals.
7. Verwenden Sie die grafische Darstellung des Werkzeugs auf der rechten Seite des Bildschirms, um die detaillierten Maßwerte (L1 bis Lx) einzugeben. Durch Antippen der Grafik wird das standardmäßige Maßlayout des Werkzeugs geladen, wodurch die Identifizierung und Eingabe der einzelnen Parameter vereinfacht wird.
Die Maßstandards L1 bis Lx entsprechen denen der Systeme PC 1200, DNC 880S und ModEva. Für die Nutzung eines Werkzeugs über mehrere Systeme hinweg exportieren Sie die Parameterlisten aus dem PC1200 und verwenden sie zur Programmierung des CybTouch 12 – wir empfehlen, identischen Werkzeugen in allen Systemen einheitliche Namen zuzuweisen, um Konsistenz zu gewährleisten.
8. Geben Sie die kritischen Sicherheits- und Kalibrierungswerte ein:
○ Sicherheitsabstand XS: Der sichere Abstand zwischen Stößel und Anschlag entlang der X-Achse.
○ X-Korrektur: Kalibrierwert zur Kompensation einer eventuellen Fehlausrichtung des Stößels.
9. Rückkehr zur vorherigen Konfigurationsseite (zum Speichern einer beliebigen Werkzeugkonfiguration im System ist ein Passwort für den Zugriff auf Ebene 2 erforderlich).

10. Tippen Sie auf den aktuellen Stößelnamen (z. B. 60_S_i), um den Speichervorgang zu starten.
11. Wählen Sie „Lochwerkzeug speichern“, um die vorhandenen Werkzeugparameter zu überschreiben, oder wählen Sie „Lochwerkzeug speichern unter“, um das geänderte/neue Lochwerkzeug unter einem eindeutigen Namen zu speichern.
12. Verwenden Sie das alphanumerische Tastenfeld des Systems, um den neuen Namen für das Lochwerkzeug einzugeben, wobei Sie die in der folgenden Abschnitt beschriebenen standardisierten Benennungskonventionen einhalten müssen.
13. Tippen Sie auf die

„Zurück“-Taste, um zur Hauptprogrammseite zurückzukehren; das neu gespeicherte Lochwerkzeug wird automatisch vorausgewählt und ist sofort für Bearbeitungsvorgänge einsatzbereit.
Die-Konfiguration

Grundlegende Auswahlanweisungen
Die Auswahl der Matrize erfolgt nach demselben Verfahren wie die Auswahl des Lochwerkzeugs: Durchsuchen Sie die vom System vorab gespeicherte Matrizenbibliothek mithilfe der Pfeiltasten und wechseln Sie dann zur Biege-Zahlen-Seite zurück, um die Auswahl zu bestätigen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung und Modifikation von Matrizen
Falls im System keine Matrize konfiguriert ist, wird im Feld „Matrize“ „???“ angezeigt; für vorhandene Matrizenbibliotheken lädt das System die zuletzt verwendete Matrize (z. B. 30_12). Änderungen an einer bestehenden Matrize wirken sich nicht auf die ursprünglichen Parameter aus, da alle Änderungen unter einem neuen Namen gespeichert werden. Führen Sie die folgenden 12 Schritte aus, um eine Matrize zu erstellen oder zu bearbeiten:
1. Tippen Sie auf das Matrizen-Symbol, um die Schnittstelle zur detaillierten Matrizenkonfiguration zu öffnen.
2. Geben Sie die wesentlichen physikalischen Parameter der neuen Matrize ein: Matrizenbreite (Ve), Winkel (α), Höhe, Radius und Tonnage pro Meter (Ton/m).
3. Verwenden Sie die Schaltfläche „Montagerichtung der Matrize“, um die Matrize bei Bedarf für die Bearbeitungseinrichtung zu spiegeln.
4. Wählen Sie das Symbol „Bottoming“, um die Matrize als verschleißfestes Werkzeug für Bottoming-Prozesse zu klassifizieren.
5. Tippen Sie auf die Schaltfläche „MENU“, um die Seite „Weitere Einstellungen“ für erweiterte Abmessungs- und Sicherheitseinstellungen zu öffnen.
6. Verwenden Sie die grafische Darstellung des Werkzeugs auf der rechten Seite des Bildschirms, um detaillierte Abmessungen (L1 bis Lx) einzugeben. Durch Antippen der Grafik wird das standardmäßige Abmessungsschema des Werkzeugs angezeigt, wodurch die Eingabe genauer Werte erleichtert wird.
Wie bei Stempeln entsprechen auch die L1-bis-Lx-Abmessungen für Werkzeuge den Standards der Systeme PC 1200, DNC 880S und ModEva. Für eine werkzeugübergreifende Kompatibilität zwischen diesen Systemen exportieren Sie die Werkzeugparameter aus PC1200 und verwenden sie für die Programmierung von CybTouch 12; zudem verwenden Sie innerhalb aller Systeme identische Namen für gleiche Werkzeuge.
7. Geben Sie die erweiterten Sicherheits- und Betriebswerte ein:
○ Sicherheitsabstand XS: Sicherer Abstand zwischen dem Werkzeug und der Anschlagvorrichtung entlang der X-Achse.
○ Sicherheitsabstand RS: Sicherer Abstand zwischen dem Werkzeug und der Anschlagvorrichtung entlang der R-Achse.
○ Rückzugszone: Voreingestellte Rückzugszone für das Werkzeug während des Betriebs.
8. Kehren Sie zur vorherigen Konfigurationsseite zurück (zum Speichern der Werkzeugkonfiguration ist ein Level-2-Passwort erforderlich).

9. Tippen Sie auf den aktuellen Werkzeugnamen (z. B. 30_12), um den Speichervorgang zu starten.
10. Wählen Sie „Speichern“ aus, um die ursprünglichen Werkzeugparameter zu überschreiben, oder wählen Sie „Speichern unter“, um das neue/geänderte Werkzeug unter einem benutzerdefinierten Namen zu speichern.
11. Verwenden Sie das alphanumerische Tastenfeld, um den neuen Werkzeugnamen einzugeben, wobei Sie die standardisierten Benennungsregeln des Systems einhalten müssen.
12. Tippen Sie auf die

rücktaste, um zur Hauptprogrammseite zurückzukehren; das neu gespeicherte Werkzeug wird automatisch vorausgewählt und ist sofort einsatzbereit.
Standardisierte Werkzeugbenennungskonventionen
Die Anwendung einer konsistenten Benennungskonvention für Stempel und Matrizen ist entscheidend für ein effizientes Werkzeugmanagement am CYBELEC CybTouch 12. Ein klares, einheitliches Benennungssystem ermöglicht eine schnelle und genaue Identifizierung jedes Werkzeugs in der Bibliothek; zudem können Teams zusätzliche individuelle Regeln basierend auf ihren spezifischen Produktionsanforderungen festlegen, um die organisatorische Effizienz weiter zu steigern und Fehler bei der Werkzeugauswahl zu reduzieren.
Stempelbenennungsregeln
Stempelnamen sollten in drei sequentiellen Teilen strukturiert sein: Stempelwinkel → Stempeltyp → Inversionsstatus.

Abkürzungen für Stempeltypen:
• N = Normal
• S = Gerade
• G = Schwanenhals
Inversions-Kürzel:
• i = Invertiert (weglassen, wenn der Stempel in der Standard-Position – nicht invertiert – ist)
Beispiele: 90_N_i, 60_G, 30_S
Die-Benennungsregeln
Die Benennung von Matrizen folgt einem ähnlichen strukturierten Format wie die von Stempeln mit drei Kernkomponenten: Matrizenbreite (Maß Ve) → Matrizenwinkel → Inversionsstatus. Verwenden Sie das gleiche Inversions-Kürzel (i = invertiert) für Matrizen und lassen Sie das Kürzel weg, wenn sich die Matrix in der Standard-Montageposition befindet.

Beispiele: 12_86_i, 16_86, 20_30
Bedienung und Sicherheit des Anschlags
Die Anschlag-Zyklusfunktion ist eine zentrale Funktion für sicheres und effizientes Werkzeugmanagement am CYBELEC CybTouch 12, speziell für Anschlag-Einstellungen konzipiert. Diese Funktion bewegt die Anschläge vollständig nach vorne, sodass Bediener erforderliche Kalibrierungen und Einstellungen vornehmen können, ohne ihre Hände oder Arme zwischen die Maschinenwerkzeuge zu bringen – wodurch eine wesentliche Sicherheitsgefahr im Bearbeitungsprozess eliminiert wird.

Wichtiger Hinweis: Die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit der Hinteranschlag-Zyklusfunktion hängt von der aktuellen Maschinenkonfiguration und dem Indexierungsstatus ab und ist möglicherweise nicht in allen Betriebsmodi zugänglich.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Hinteranschlag-Zyklusbedienung
1. Stellen Sie sicher, dass die Maschine ordnungsgemäß indexiert ist; die Hinteranschlag-Zyklustaste ist ausgegraut und nicht verfügbar, wenn die Indexierung unvollständig ist.
2. Drücken und halten Sie die Hinteranschlag-Zyklustaste länger als 2 Sekunden, um die Funktion zu aktivieren.
3. Die Hinteranschläge bewegen sich in ihre vollständig vordere Position zwischen Stempel und Matrize. Falls sich der Maschinenbalken nicht in der oberen Totlage (OTL) befindet, bewegt er sich zunächst vollständig nach oben, bevor die Hinteranschläge ihre Bewegung beginnen.
4. Nach Abschluss aller Hinteranschlageinstellungen tippen Sie erneut auf die Zyklustaste, um die Funktion zu deaktivieren, und drücken dann die START-Taste, um den normalen Maschinenbetrieb fortzusetzen.
Frequently Asked Questions (FAQ)
Wie optimiert man die Werkzeugverwaltungsleistung des CYBELEC CybTouch 12?
Für eine optimale Leistung des Werkzeugverwaltungsmoduls des CybTouch 12 stellen Sie sicher, dass jedes Werkzeug in der Bibliothek korrekt identifiziert und vollständig mit aktuellen physikalischen und betrieblichen Daten parametriert ist. Führen Sie regelmäßig Überprüfungen der Werkzeugdaten auf ihre Richtigkeit durch und prüfen Sie die Kompatibilität zwischen den Werkzeugeinstellungen und der gesamten Maschinenkonfiguration – dies gewährleistet eine nahtlose Integration von Werkzeugen in die Bearbeitungsprozesse und minimiert Ausfallzeiten.
Was tun, wenn das System ein Werkzeug nicht erkennt?
Wenn der CYBELEC CybTouch 12 einen Stanzstempel oder eine Matrize nicht erkennt, überprüfen Sie zunächst, ob das Werkzeug korrekt eingesetzt und mechanisch ausgerichtet in der Maschine sitzt. Anschließend vergleichen Sie die Werkzeugparameter in der Werkzeugverwaltungsoberfläche des Systems und geben Sie ggf. fehlerhafte Daten erneut ein oder korrigieren Sie diese. Schließlich stellen Sie sicher, dass die Systemsoftware auf die neueste Version aktualisiert ist, um mögliche Kompatibilitätsprobleme zwischen Software und Werkzeug zu beheben.
Können Werkzeugeinstellungen im System angepasst werden?
Ja, eine vollständige Anpassung der Werkzeugeinstellungen ist am CYBELEC CybTouch 12 verfügbar. Rufen Sie die Werkzeugverwaltungsoberfläche auf, um alle relevanten Parameter anzupassen – darunter physische Abmessungen von Stanzstempel und Matrize, Werkstoffart des Werkstücks sowie Kompensationswerte –, um sie den spezifischen Anforderungen Ihrer Bearbeitungsprozesse anzupassen. Stellen Sie stets sicher, dass alle angepassten Einstellungen ordnungsgemäß im System gespeichert werden, um konsistente Ergebnisse über alle Fertigungschargen hinweg zu gewährleisten.
Fazit
Die Beherrschung der Werkzeugverwaltungsfunktionen des CYBELEC CybTouch 12 erfordert ein klares Verständnis der zentralen Systemfunktionen, eine gut strukturierte Werkzeugbibliothek sowie eine regelmäßige Wartung und Aktualisierung aller Werkzeugkonfigurationen. Durch die Umsetzung der schrittweisen Anleitungen, Namenskonventionen und Sicherheitsprotokolle, die in dieser Anleitung beschrieben sind, können Sie Ihren CNC-Bearbeitungsworkflow optimieren, betriebliche Fehler deutlich reduzieren und sowohl die Präzision als auch die Effizienz Ihrer Metallbearbeitungsprozesse steigern.
Für eine individuelle Unterstützung, um das volle Potenzial Ihrer Maschine auszuschöpfen oder spezifische Herausforderungen im Bereich Tool-Management zu bewältigen, wenden Sie sich an unser technisches Support-Team. Zusätzlich können Sie unsere Bibliothek verwandter technischer Dokumente durchstöbern, um Ihr Fachwissen zu vertiefen und die volle Leistungsfähigkeit des CYBELEC CybTouch 12 Tool-Management-Systems freizusetzen.






































